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          • Studienfahrt nach Auschwitz

          • Tag 4 - Krakau

            Am vierten Tag unserer Exkursion brachen wir bereits um 7:30 Uhr von Oswiecim in Richtung Krakau auf. Die Eindrücke des vorherigen Tages begleiteten uns noch, als wir in der historischen Stadt ankamen und unsere Stadtführung begann.

            Zu Beginn führte uns der Weg hinauf zum Wawel-Hügel, wo wir die beeindruckende Wawel-Kathedrale bestaunen konnten. Schon von außen wirkte das Gebäude mit seiner prachtvollen Architektur überwältigend. Kurz darauf bekamen wir etwas Zeit, die Umgebung selbst zu erkunden und die Atmosphäre auf uns wirken zu lassen.

            Anschließend liefen wir durch die Altstadt zur Kirche der Dreifaltigkeit in Krakau. Dort wurden uns die kunstvollen gotischen Innenverzierungen erklärt, die eindrucksvoll zeigten, wie viel Detail und Hingabe in sakraler Architektur steckt. Im Innenhof der historischen Jagiellonen-Universität, an der einst auch Nikolaus Kopernikus studierte, hatten wir das Privileg, ein kleines Uhrenspiel mit Figuren zu beobachten. Dieser Moment wirkte fast wie eine kurze Reise in eine andere Zeit und ließ uns erahnen, wie lange Geschichte und Wissenschaft hier bereits miteinander verbunden sind.

            Danach führte unser Weg über den großen Hauptmarkt von Krakau zum alten Rathausturm von Krakau. Unser Tourguide erzählte uns interessante historische Fakten, unter anderem über fehlende Teile des ursprünglichen Rathausgebäudes, von denen viele während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Diese Informationen machten deutlich, wie sehr die Geschichte der Stadt von schweren Zeiten geprägt ist.

            Anschließend hatten wir Zeit, den Marktplatz selbst zu erkunden, bevor wir die berühmte Marienkirche (Krakau) besuchten. Dort durften wir die Öffnung des Altars miterleben – ein besonderer Moment. Die kunstvollen Figuren und Details beeindruckten uns sehr und vermittelten eindrucksvoll, wie stark Religion und Kunst miteinander verbunden sein können. Kurz darauf hörten wir vom Turmfenster der Kirche eine wunderschöne Trompetenmelodie. Ein Trompeter spielte dort oben für die ganze Stadt – ein traditionelles Signal, das über den Marktplatz hinweg erklang und eine besondere Atmosphäre schuf.

            Nach einer kurzen Busfahrt erreichten wir schließlich das ehemalige jüdische Ghetto im Stadtteil Kazimierz (Krakau). Dort besichtigten wir unter anderem die Alte Synagoge (Krakau). Wir hatten das besondere Glück, einem gläubigen Juden während seines Gebets zuzuhören. Dieser Moment ermöglichte uns einen sehr persönlichen Einblick in eine andere Glaubensgemeinschaft und ließ uns die religiöse Vielfalt der Stadt intensiver wahrnehmen.

            Auch besuchten wir einen jüdischen Friedhof. Dort wurde uns erklärt, dass auf den Gräbern traditionell kleine Steine statt Blumen abgelegt werden. Steine stehen für Beständigkeit und Ewigkeit – ein stilles Zeichen des Erinnerns. Dieser Brauch hinterließ bei vielen von uns einen bleibenden Eindruck. Während der weiteren Führung erfuhren wir mehr über die Geschichte des Ghettos und die Mauern, die einst darum errichtet wurden. Der Gedanke daran, dass Menschen hier unter Zwang und mit stark eingeschränkter Freiheit leben mussten, löste in uns ein beklemmendes Gefühl aus. Die Vorstellung von Angst, Ausgrenzung und Ungewissheit machte uns sehr nachdenklich.

            Besonders bewegend war der Besuch der Apotheke unter dem Adler. Dort arbeitete während der deutschen Besatzung der polnische Apotheker Tadeusz Pankiewicz. Obwohl er selbst kein Jude war, blieb er im Ghetto und unterstützte die jüdische Bevölkerung heimlich mit Medikamenten und sogar mit Haarfarbe, damit ältere Menschen jünger erscheinen konnten und so möglicherweise der Deportation entgingen. Sein Mut und seine Selbstlosigkeit beeindruckten uns sehr. Zu wissen, dass es Menschen gab, die trotz großer Gefahr anderen halfen, erfüllte uns mit tiefem Respekt.

            Mit vielen neuen Eindrücken und einem erweiterten Blick auf die christliche und jüdische Religion fuhren wir schließlich mit dem Bus zurück zum Marktplatz von Krakau. Dort hatten wir noch einmal Zeit, uns frei umzuschauen, die Stadt auf eigene Weise zu erleben und die vielen Eindrücke dieses intensiven Tages zu verarbeiten.

            Der Tag hinterließ bei uns nicht nur neue historische Kenntnisse, sondern auch viele emotionale Gedanken über Glauben, Mut, Menschlichkeit und die Bedeutung von Erinnerung.

          • Studienfahrt nach Auschwitz

          • Tag 3

            Heute war unser dritter Tag in Auschwitz.

            Am Vormittag besuchten wir einen Workshop im „Alten Theater, einem Gebäude, welches unter anderem ein Archiv mit Dokumentationen über das Konzentrationslager beherbergt. Der Workshop stand unter dem Thema „Die SS-Besatzung des KL Auschwitz“ und er begann mit einer detaillierte Einführung zum Archiv und zur SS im Allgemeinen.

            Überrascht hat uns dabei die Tatsache, dass bis heute wöchentlich neue Dokumente  eintreffen. Ein Name, der bei der Geschichte der SS markant hervorstach, war Theodor Eicke, welchen wir als Verantwortlichen für das Konzentrationslager-System kennenlernten. Dabei stellte sich uns die Frage, wie ein „normaler“ Mensch sich die Unverfrorenheit herausnehmen konnte, so drastisch über das Schicksal von Millionen Menschen zu entscheiden.

            Doch der Fokus des Workshops lag auf den SS-Angehörigen, die im KZ beschäftigt waren. Mithilfe von bereitgestelltem Material schufen wir uns einen Überblick über deren Rekrutierung, Alltag und Beziehung zu Häftlingen. Was uns dabei besonders auffiel war, dass viele, bevor sie der SS beitraten, völlig anderen  Berufen nachgingen. Ein Beispiel war Werner Händel, der eine Ausbildung zum Maurer abgeschlossen hatte. Ihm standen also alle Türen dieses Berufszweiges offen und dennoch entschied er sich dagegen und stellte sich der SS zur Verfügung, um die KZ-Küche zu leiten. Die Entscheidung, diesen Weg zu gehen, obwohl eine andere, humanere Zukunft möglich gewesen wäre, ist für uns unbegreiflich.

            Am Nachmittag ging es für uns dann in das Lager Auschwitz II- Birkenau, wo sich uns die schier endlose Fläche, die uns bereits durch Fotografien und weitere Medien bekannt war, überwältigte. Im Gegensatz zum Stammlager wurden in Auschwitz II keine Gebäude rekonstruiert. Alle Gebäude und Ruinen sind die Originalen aus den Jahren 1941-1945. Durch diese Authentizität wirkten die zerstörten Gebäude noch viel extremer auf uns, was ein einfach unbeschreibliches Gefühl war.

            Während unserer Führung waren ein thematisch wichtiger Punkt die Sonderkommandos der Häftlinge im KL Auschwitz. Unser Guide zeigte uns verschiedene Orte, an denen zur damaligen Zeit die KZ-Häftlinge litten und starben. Der Gedanke, am selben Ort zu stehen, wo zahlreiche unschuldige Menschen grausam getötet wurden, lässt einen definitiv unwohl fühlen. Wir sahen die Baracken der Häftlinge, Wasch- und Toilettenräume und zum Beispiel die Ruinen der Krematorien. Zum Ende ging jeder einzelne von uns mit einem Gemisch an Gefühlen aus dem Lager - Trauer, Unwohlsein, vielleicht auch Wut - aber besonders Dankbarkeit. Viele von uns reflektierten darüber, dass die Menschen damals hungerten und litten. Deshalb sollten wir stets dankbar sein für die Dinge, die wir haben.

            Den Abend schlossen wir mit dem Film „Grauzone“ ab. Dabei wurden wir erneut mit der unvorstellbaren und grausamen Realität dieser Häftlinge konfrontiert. Kurz gefasst handelte es sich hier um einen ungarischen Häftling, der von dem SS-Kommandeur Josef Mengele auserwählt wurde, die Pathologie zu leiten. Er genoss zwar Privilegien, die andere Häftlinge nicht hatten, wurde aber trotzdem zu Aufgaben gezwungen, die ihn in einen moralischen Konflikt brachten. Wir sahen Szenen, die wirklich unglaublich grausam waren und viele von uns zu Tränen rührten. Anschließend gingen wir alle mit einem sehr unangenehmen Gefühl im Herzen ins Bett.

            Rückblickend betrachtet war dieser Tag emotional tiefgreifend und trotzdem unglaublich wichtig. Das Behandeln dieses Themas kann im Geschichtsunterricht allein nicht greifbar genug ausgeführt werden und das Gelände mit den eigenen Augen auf sich wirken zu lassen, ermöglicht es, die Ausmaße dieses Verbrechens ansatzweise zu erfassen. Trotzdem ist es für uns noch immer unverständlich und unvorstellbar, wie eine solche surreale Idee realisiert werden konnte.

          • Studienfahrt nach Auschwitz

          • Tag 2

            Um 8:00 Uhr begann unser Tag mit dem Besuch des Muzeum Pamięci Mieszkańców Ziemi Oświęcimskiej in Oświęcim. Dort erfuhren wir viel über die Menschen aus der Region und darüber, wie sich ihr Alltag durch die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg plötzlich und radikal veränderte. Besonders eindrücklich fanden wir die persönlichen Geschichten einzelner Familien. Wir sahen alte Fotos, Briefe und Dokumente.

            Dadurch wurde uns klar, dass hinter den historischen Ereignissen echte Menschen standen. Viele mussten ihre Heimat verlassen, wurden verfolgt oder verloren Angehörige. Uns wurde bewusst, dass Geschichte nicht nur aus Daten und politischen Entscheidungen besteht, sondern aus vielen einzelnen Schicksalen. Es war echt ein merkwürdiges Gefühl, Geschichten aus der Perspektive von Zeitzeugen zu hören.

            Anschließend gingen wir weiter nach Auschwitz I, dem sogenannten Stammlager. Als wir das Tor mit der bekannten Aufschrift „ARBEIT MACHT FREI“ sahen, bekamen wir ein beklemmendes Gefühl. Die Stimmung dort war unheimlich bedrückend.

            Auf dem Gelände standen die Backsteinbaracken, die sogenannten Blöcke, in denen die Häftlinge untergebracht waren. In einigen dieser Blöcke befinden sich heute Ausstellungen. Dort sahen wir Fotos von Gefangenen, ihre Namen und manchmal auch ihr Alter. Viele waren kaum älter als wir. In einem Block wurden persönliche Gegenstände gezeigt, wie Schuhe, Koffer oder Brillen. Diese Dinge machten das Leid für uns noch greifbarer, weil wir uns vorstellen konnten, dass jeder einzelne Gegenstand zu einem Menschen gehörte, der undenkbare Qualen erlitt. Was uns ebenfalls die Menge der getöteten Menschen genauer vor Augen brachte, war das Buch, in denen alle Namen festgehalten wurden. Es waren teilweise ganze Seiten, in denen nur ein einziger Familienname dokumentiert war. Würde man jeden einzelnen Namen ohne Pause lesen wollen, würde man dafür 38 Tage lang brauchen. Das gibt einem nochmal ein komplett anderen Blick auf die Sache.

            In einem weiteren Block erfuhren wir mehr über die Haftbedingungen. Die Räume waren eng, kalt und bedrückend. Wir konnten uns kaum vorstellen, dass dort so viele Menschen auf so wenig Platz leben mussten. Besonders bewegend war für uns der Besuch im Block 11, dem sogenannten „Todesblock“.

            Dort wurden Häftlinge eingesperrt, bestraft und gefoltert. Wir sahen kleine Stehzellen, in denen mehrere Personen auf engstem Raum die Nacht verbringen mussten. Uns war zwar schon vorher bewusst, wie grausam dieser Ort ist, dennoch war es eine sehr emotionale Erfahrung. Zwar war uns schon vorher bekannt, was in diesem Lager passierte, aber das bedrückende Gefühl, an diesem Ort zu sein, wo Millionen Menschen umgebracht wurden, war unerträglich. Man konnte sich durch die detailreiche Führung perfekt in die Lage der Häftlinge versetzen, was einen emotional noch mehr belastete.

            Am Abend, bis etwa 21:00 Uhr, hörten wir schließlich eine Präsentation über einzelne Häftlinge und ihre Lebensgeschichten. Dabei ging es nicht nur um Zahlen, sondern um konkrete Personen mit Namen, Familien und Hoffnungen. Wir erfuhren, dass manche vor ihrer Verhaftung ganz normale Berufe hatten oder noch zur Schule gingen. Es machte uns traurig zu hören, wie abrupt ihre Leben zerstört wurden. Gleichzeitig fanden wir es wichtig, dass ihre Geschichten erzählt werden, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Am Endeffekt waren sie alle Menschen, die wie wir Familie, Berufe und Interessen hatten.

            Insgesamt war es für uns ein sehr intensiver und emotionaler Tag. Wir haben viel gelernt, aber vor allem haben wir gespürt, wie nah uns Geschichte kommen kann. Die Eindrücke aus dem Museum und dem Stammlager werden uns noch lange begleiten.

            Uns wurde nach diesem Besuch bewusst, wie wichtig es ist, solche Orte in Erinnerung zu behalten.

          • Studienfahrt des 12er Kurses nach Auschwitz

          • Besuch der Gedenkstätte Auschwitz – Erster Tag

            Nach unserer Ankunft in Oświęcim und den ersten Eindrücken von der Stadt begann unser inhaltliches Programm.

            In einer Einführung erhielten wir einen Überblick über die Geschichte des Ortes und seine Bedeutung. Dabei wurde noch einmal deutlich, wie eng die Stadt mit der Erinnerung an das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager verbunden ist.

            Anschließend setzten wir uns intensiv mit den SS-Personal auseinander, die dort Dienst taten. Wir beleuchteten, wie der Alltag eines SS-Angehörigen aussah und welche Aufgaben sie übernahmen. Vom einfachen Aufseher bis hin zu Lagerärzten und Verwaltungsbeamten waren unterschiedliche Funktionen vertreten. Es wurde deutlich, wie organisiert und systematisch das gesamte Lager aufgebaut war.

            Besonders erschütternd war das Handeln der SS-Angehörigen und Aufseherinnen sowie ihr unmenschlicher Umgang mit den Häftlingen. Einige der Täter zeigten nach dem Krieg Reue für ihr Handeln, während andere bis zuletzt jede Verantwortung von sich wiesen.

            Der Tag machte uns erneut bewusst, wie wichtig Erinnerung, Aufklärung und eine klare Haltung für Menschenrechte sind.

            Nach dem ausgiebigen Abendessen haben wir uns dann den Film „Der letzte Zug“ angesehen.

            In diesem geht es um die brutale Deportation der Juden in Viehwaggons nach Auschwitz, wobei man sehr emotionale Einblicke in die damalige bittere Realität bekommt. Der Film war für die meisten von uns harte Kost, doch genau das ist der Sinn und Zweck der Sache.

            Im Großen und Ganzen haben wir am heutigen Tag einiges gelernt und gefühlt. Umso mehr sind wir auf die nächsten Tage gespannt.

            Eure 12/2

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